E-Info: EU-Indonesien Freihandelsabkommen, Palmöl in deutschen und europäischen Kraftstoffen, Korruptionsvorwürfe gegen Sägewerk, Corona Update, etc. PDF Afdrukken E-mailadres
donderdag 21 januari 2021 12:19
Aktuelle Meldungen zu West Papua über Menschenrechte, Politik, Umwelt und Gesellschaft.

EU-Indonesien Freihandelsabkommen | Palmöl in deutschen und europäischen Kraftstoffen | Kritik an Erzdiözese Merauke | Korruptionsvorwurf gegen Sägewerk | Corona Update | Bau einer neuen Militärbasis | Freeport Report

West Papua Netzwerk
Liebe Freundinnen und Freunde des Westpapua-Netzwerks,
sehr geehrte Damen und Herren,

dies ist unser erster Newsletter im neuen Jahr und wir wünschen Ihnen für 2021 vor allem Gesundheit und die sich erfüllende Hoffnung auf ein wieder vertrauteres Miteinander.
Westpapua scheint nicht erst durch die Corona-Reisebeschränkungen für viele weit entfernt. Dass jedoch besonders Umweltthemen auch Bezug zu unserem Leben in Deutschland und Europa aufweisen, möchten wir Ihnen mit unseren Berichten zum EU-Indonesien Freihandelsabkommen und zu der Diskussion über den Umgang mit Palmöl in unseren Kraftstoffen näherbringen.
Bürgerliche und politische Rechte werden in Westpapua weiter durch die zunehmende Präsenz des Militärs gefährdet. Der Bau einer weiteren Militärbasis ist dafür ein Beispiel. In dieser E-Info finden Sie auch ein Corona Update. Desweiteren möchten wir Ihnen den Special Report zu PT Freeport Indonesia der ICP vorstellen und Sie auf das Themenheft "Menschenrechte in Indonesien und Timor-Leste 2020" von Watch Indonesia! aufmerksam machen.
Obwohl auch die Museen weltweit unter den Corona-Beschränkungen leiden, gibt es dennoch auch neue Wege, Ausstellungen digital zu erleben. Das Museum of Archaeology and Anthropology, der Universität Cambridge hat bis März 2021 eine Ausstellung über das Volk der Asmat in Papua und das Verhältnis von Kirche und Vorfahren veröffentlicht. Eine virtuelle Tour ist über den Youtube Kanal des Museums verfügbar.

In dieser E-Info finden Sie:

  • EU-Indonesien Freihandelsabkommen & Menschenrechte in Westpapua - Parlamentarische Anfrage
  • Palmöl in Biodiesel - EU-Indonesien Streitfall
  • Zusammenarbeit der Erzdiözese Merauke mit Palmölfirma löst Empörung aus
  • Sägewerk in Papua verliert legales Holzsiegel wegen des Vorwurfs der Genehmigungsfälschung
  • Corona in Westpapua - Update Januar 2021
  • Militärbasis in Tambrauw ohne Zustimmung der indigenen Landbesitzer eingeweiht
  • Special Report: PT Freeport Indonesia
  • Watch Indonesia! Themenheft "Menschenrechte in Indonesien und Timor-Leste 2020"
  • Virtuelle Cambridge Ausstellung über das Volk der Asmat in Papua: Kirche und Vorfahren
Mit herzlichen Grüßen aus der Koordinationsstelle. Bleiben Sie gesund!

Barbara Hillebrand, Thea Hummel und Norman Voß

EU-Indonesien Freihandelsabkommen & Menschenrechte in Westpapua - Parlamentarische Anfrage

alt In unserem letzten Beitrag berichtete das Westpapua-Netzwerk von dem Streitfall zwischen Indonesien und der EU über den Umgang von Palmöl in Kraftstoffen. Die Themen Handel und nachhaltige Entwicklung sind auch Teil der Konsultationen zwischen der EU und Indonesien in den Verhandlungen über ein EU-Indonesien Freihandelsabkommen.

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Palmöl in Biodiesel - EU-Indonesien Streitfall

altStraßenbauprojekte, die Verschmutzung der Meere und die Abholzung des Regenwaldes bedrohen die Menschen und die einzigartige Tier- und Pflanzenwelt in Westpapua. Ein großer Fokus der Arbeit internationaler und nationaler Menschenrechts- und Umweltorganisationen liegt auf der Abholzung des Regenwaldes zur Nutzung von Palmölplantagen. In Westpapua leiden insbesondere die indigenen Papuas an dem Entzug ihrer Landrechte und der Zerstörung des Waldes als Teil ihrer Geschichte und Lebensgrundlage. Ein Vertreter des Naturschutzbundes Deutschland äußerte die Bedenken, dass bei anhaltendem Palmölanbau die Regenwälder Indonesiens bis 2050 zerstört seien.

Das auch in Westpapua angebaute Palmöl findet sich dann in unseren Produkten im Supermarkt wieder. Über die Existenz von Palmöl in Kosmetikprodukten und  Fertiggerichten sind viele Verbraucher bereits informiert.Doch auch in Dieselkraftstoffen an der Tankstelle ist Palmöl vorhanden und macht sogar den größten Anteil des Verbrauchs in Deutschland aus.

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Zusammenarbeit der Erzdiözese Merauke mit Palmölfirma löst Empörung aus

alt Die Erzdiözese Merauke in der indonesischen Provinz Papua soll durch eine Zusammenarbeit mit einem ökologisch umstrittenen Palmölunternehmen Milliarden von Rupien erhalten, was heftige Proteste der örtlichen Katholiken auslöste. Die Demonstranten sagten, sie fühlten sich durch die Präsenz des Palmölunternehmens PT Tunas Sawa Erma und dessen Abholzung an den Rand gedrängt. Auch zeige diese Zusammenarbeit, dass die Erzdiözese für ihre Kämpfe unsensibel sei.

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Sägewerk in Papua verliert legales Holzsiegel wegen des Vorwurfs der Genehmigungsfälschung

alt Einem großen Sägewerk, das mit der weit verbreiteten Abholzung und Korruption in Indonesien in Verbindung gebracht wird, wurde die Legalitätszertifizierung von der Genehmigungsbehörde wegen des Vorwurfs einer gefälschten Genehmigung entzogen, was bedeutet, dass es keine Holzprodukte mehr exportieren darf.

Der Betreiber PT Tulen Jayamas Timber Industries (TJTI) hatte das Sägewerk im Landkreis Boven Digoel in Indonesiens östlichster Provinz Papua errichtet, um Holzstämme im Wert von schätzungsweise 6 Milliarden Dollar zu verarbeiten, die für das dortige Megaplantagenprojekt Tanah Merah abgeholzt werden sollen. Die Plantage, die hauptsächlich für Ölpalmen vorgesehen ist, könnte zur Abholzung von bis zu 280.000 Hektar Regenwald führen (eine Fläche größer als das Saarland_Anm. des WPN).

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Corona in Westpapua - Update Januar 2021

altBis heute (Stand: 06.01.2021) haben sich laut offiziellen Angaben der indonesischen Regierung 788.402 Personen in Indonesien mit dem Coronavirus infiziert. 652.513 davon sind genesen und 112.593 Personen sind aktuell erkrankt. 23.296 Personen sind verstorben. In Westpapua haben sich bisher 13.380 Personen mit dem Coronavirus in der Provinz Papua infiziert. 150 Personen sind in der Provinz Papua an oder mit Corona verstorben.

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Militärbasis in Tambrauw ohne Zustimmung der indigenen Landbesitzer eingeweiht

alt Die lokale Regierung in Tambrauw hat Mitte Dezember das neue militärische Bezirkskommando (KODIM) in dem Landkreis eingeweiht. Damit hat sie die anhaltenden Proteste indigener Landbesitzer sowie mehrere Fälle von militärischer Gewalt und Einschüchterung gegen lokale Gemeinschaften ignoriert. Diese ereigneten sich in Tambrauw seit der Einrichtung des neuen KODIM und eines Unterbezirks-Militärkommandos (KORAMIL) im Bezirk Kwoor.
Die Vereinigung der Universitätsstudenten aus Tambrauw reagierte sofort auf die Einweihungszeremonie. Am 15. Dezember 2020 organisierten die Studenten eine friedliche Demonstration (siehe Foto) gegen die Errichtung des neuen KODIM in Tambrauw. Laut den Studenten hatte die lokale Regierung die Errichtung der Militärbasis ohne die freie, vorherige und informierte Zustimmung der indigenen Landbesitzer genehmigt

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Special Report: PT Freeport Indonesia

alt Indigene Stämme wie die Kamoro und die Amungme beklagen, dass ihre Gemeinschaften von Armut, Gewalt und vor allem Umweltzerstörung betroffen sind, seit die von PT Freeport Indonesia betriebene Grasberg-Mine vor 48 Jahren ihre Aktivitäten aufgenommen hat. Um dieses kritische Thema erneut ins Rampenlicht zu rücken, hat die International Coalition for Papua (ICP) zusammen mit der Indonesia Legal Aid Foundation (YLBHI), der Initiative Action for Ecology and Peoples' Emancipation (AEER), dem Center for Study, Documentation and Advocacy on Peoples' Rights (PUSAKA), Friends of the Earth Papua (WALHI Papua) das Lokataru Law and Human Rights Office, INTERPRT, TAPOL, VIVAT International, dem Westpapua-Netzwerk (WPN), Geneva for Human Rights (GHR) und Franciscans International (FI) einen neuen Sonderbericht mit dem Titel "PT Freeport Indonesia and its tail of violations in Papua: human, labour and environmental rights" veröffentlicht.

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Watch Indonesia! Themenheft "Menschenrechte in Indonesien und Timor-Leste 2020"

alt Watch Indonesia! veröffentlichte Ende 2020 das Themenheft "Menschenrechte in Indonesien und Timor-Leste".

Das Westpapua-Netzwerk beteiligte sich mit einem Beitrag zu der PapuanLivesMatter Bewegung.

"Das Narrativ der Sicherheit und seine Auswirkungen auf die Menschenrechtssituation in Papua" thematisiert Elvira Rumkabu in dem Themenheft. Weitere Beiträge von Menschenrechtsverteidiger*innen aus Indonesien und Timor-Leste befassen sich mit der Situation der bürgerlichen und politischen Rechte, der Rolle von Geschlecht, Sexualität und Geschlechtsidentität, Umwelt und Menschenrechte und Aceh.

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Virtuelle Cambridge Ausstellung über das Volk der Asmat in Papua: Kirche und Vorfahren

Das Museum of Archaeology and Anthropology, Universität Cambridge hat bis März 2021 eine Ausstellung über das Verhältnis von Kirche und Vorfahren veröffentlicht. Eine virtuelle Tour ist über den Youtube Kanal des Museums verfügbar. Diese Ausstellung erzählt die Geschichte, wie das Volk der Asmat in Papua, Indonesien, den Katholizismus in Übereinstimmung mit ihrem rituellen Leben der Vorfahren transformiert hat.

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