E-Info: Massenverhaftung in Jayapura | UN-Sonderberichterstatterin besucht Indonesien | Verletzte bei Schießerei | Petition gegen Freihandel mit Palmöl PDF Afdrukken E-mailadres
donderdag 26 april 2018 21:01
Aktuelle Meldungen zu West Papua über Menschenrechte, Politik, Umwelt und Gesellschaft.

E-Info:

West Papua Netzwerk

Liebe Freundinnen und Freunde des Westpapua-Netzwerks,
sehr geehrte Damen und Herren,

die Menschenrechtssituation in Indonesien und speziell in Westpapua findet in der internationalen Gemeinschaft immer mehr Beachtung. Dennoch reißt die Gewalt nicht ab. Im April gab es wieder Fälle von willkürlichen Verhaftungen und Gewalt gegen indigene Zivilisten. In dieser E-Info finden Sie außerdem einen Hinweis auf eine Petition gegen den EU-Freihandel mit Palmöl. Der Regenwald in Westpapua, der zusammen mit dem Regenwald in Papua Neuguinea das größte zusammenhängende Regenwaldgebiet der Welt darstellt, schrumpft immer mehr aufgrund wachsender Palmölplantagen.


In dieser E-Info finden Sie:

  • Sicherheitskräfte verhaften 45 Studenten in Jayapura
  • UN-Sonderberichterstatterin besucht Indonesien
  • Polizei schießt in Menschenmenge - zwei Verletzte
  • Petition: Stopp! Kein EU-Freihandel mit Palmöl!

Mit herzlichen Grüßen aus der Koordinationsstelle,

Norman Voß und Thea Hummel


Zivilistin stirbt bei Schießerei - sieben Brimob-Beamte in Untersuchung

altAm 4. April 2018 durchsuchten Mitglieder der örtlichen Polizei, des Geheimdienstes (BIN), der mobilen Brigade der Polizei (BRIMOB) und der Militäreinheit Kodim 1701 Jayapura mehrere Häuser im Wohngebiet Perumnas III Waena im Heram-Viertel von Jayapura. Die Häuser wurden von Studenten der Cenderawasih Universität in Jayapura bewohnt. 45 Studenten wurden verhaftet. Anschließend wurden die Studierende in das Hauptquartier der BRIMOB in Kota Raja gebracht und später in der Polizeiwache des Bezirks Jayapura inhaftiert. Zwei Studenten wurden zur Polizeistation Abepura gebracht.

UN-Sonderberichterstatterin besucht Indonesien

altDie Sonderberichterstatterin der Vereinten Nationen für das Recht auf Nahrung, Hilal Elver, besuchte Indonesien vom 9. bis zum 18. April 2018 . Der Hauptzweck des Besuchs bestand darin, Informationen zu sammeln und Fragen zu untersuchen, die für das Recht auf Nahrung relevant sind. Darüber hinaus wurde die Umsetzung des Rechts auf Nahrung in Bezug auf Verfügbarkeit, Zugänglichkeit und Angemessenheit mit Regierungsbehörden und anderen relevanten Akteuren diskutiert. Die Ergebnisse des Länderbesuchs sollen in einem öffentlichen Bericht zusammengefasst werden, der dem Menschenrechtsrat der Vereinten Nationen im März 2019 vorgelegt wird.

Die Sonderberichterstatterin hat während ihrer Reise in Indonesien verschiedene Provinzen besucht. Obwohl die Provinzen Papua und Papua Barat nicht Teil ihres Reiseplans waren, hatte sie versprochen, Vertreter der Zivilgesellschaft aus den östlichsten Provinzen Indonesiens zu treffen.

Polizei schießt in Menschenmenge - zwei Verletzte

altMenschenrechtsverteidiger vom Büro für Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung der Papua-Tabernakel-Kirche (JPIC KINGMI Papua) haben eine weitere Schießerei durch Polizisten im Dorf Mauwa im Bezirk Kamu der Regentschaft Dogiyai gemeldet. Am 6. April 2018 kamen Polizeibeamte um 20 Uhr ins Dorf Mauwa, um einen Diebstahl zu untersuchen, der von einem Dorfbewohner namens Arifin gemeldet worden war. Mehrere junge Männer protestierten gegen die Anwesenheit der Polizeibeamten im Dorf. Die jungen Männer handelten angeblich unter dem Einfluss von Alkohol. Ein Streit zwischen den Dorfbewohnern und den Offizieren begann, worauf die Polizeibeamten drei Warnschüsse abgaben.

Petition: Stopp! Kein EU-Freihandel mit Palmöl!

altDie Europäische Union verhandelt mit Indonesien über ein Freihandelsabkommen. Das Thema Palmöl dominiert die Gespräche. Indonesische Umweltgruppen befürchten, dass CEPA den Handel mit Palmöl vereinfacht und es zu weiterer Entwaldung und sozialen Konflikten kommen wird. Deswegen fordern sie, dass Palmöl nicht Teil des Abkommens sein darf.

„Vom Freihandel profitieren nur die Konzerne“, warnt Yuyun Harmono vom Umweltnetzwerk WALHI. Weil für Palmölplantagen für Biosprit Wald und Torfwald vernichtet würden, verursache Biosprit größere Treibhausgasemissionen als fossiler Kraftstoff. Die Klimaerwärmung verschlimmere sich. Deswegen fordern Yuyun Harmono und weitere Umweltschützer einen sofortigen Stopp für neue Ölpalmplantagen.