E-Info: Briefaktion für Freilassung | Polizei schießt in Menschenmenge | Freeport Vertrag verlängert | Soldaten foltern Niko Hisage in Wamena PDF Afdrukken E-mailadres
maandag 11 september 2017 16:23
Aktuelle Meldungen zu West Papua über Menschenrechte, Politik, Umwelt und Gesellschaft.

Behörden verweigern Bewährung | Polizei schießt in Menschenmenge | Freeport Vertrag verlängert | Soldaten foltern Niko Hisage in Wamena

West Papua Netzwerk
Liebe Freundinnen und Freunde des Westpapua-Netzwerks,
sehr geehrte Damen und Herren,

Fälle von Gewalttaten und wahllosen Verhaftungen durch Sicherheitskräfte gehören in Westpapua weiterhin zum Alttag der Bevölkerung. Auch bestehende Gesetze zu den Rechten von Gefängnisinsassen werden in Westpapua systematisch missachtet. Nach monatelangen Verhandlungen sind PT Freeport Indonesia und die Regierung in Jakarta nun zu einer Vereinbarung gekommen. Die indigene Bevölkerung, die Bergbauarbeiter und die Umwelt rund um die Grasberg Mine werden wohl auch in Zukunft unter den Auswirkungen dieses gewaltigen Projekts leiden müssen. In dieser E-Info weisen wir Sie auch auf die gemeinsame Tagung des WPN und der Westpapua Partnerschaftsgruppen im Januar 2018 hin.

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In dieser E-Info finden Sie:

Mit herzlichen Grüßen aus der Koordinationsstelle,

Thea Hummel und Norman Voß

Briefaktion: Justizbehörden verweigern politischem Gefangenen das Recht auf Bewährung

altWir bitten um Ihre Unterstützung bei einer Briefaktion. Oktavianus Warnares wurde zu sieben Jahren Haft verurteilt, weil er 2013 angeblich eine friedliche Versammlung in Westpapua zum Gedenken an den 1. Mai 1961 organisiert hatte. Im Juli 2019 soll seine Haft enden. Das Recht auf vorzeitige Entlassung auf Bewährung, das ihm nun zusteht, wollen ihm die Behörden verweigern. Bitte setzen Sie sich für seine Freilassung ein.

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Mobile Polizeibrigade eröffnet Feuer auf Dorfbewohner

altAm 1. August 2017 wurde Yulianus Pigai (27) durch Schüsse getötet und weitere zehn indigenen Papuas durch Gewehrkugeln schwer verletzt als Mitglieder einer örtlichen mobilen Brigade der Polizei das Feuer auf eine Menschengruppe in Oneibo, einem kleinen Dorf im Tigi Distrikt des Deiyai Landkreises eröffnete. Fünf der verletzten Opfer waren minderjährig. Der 51-jährige Martinus Pekey starb an den Folgen eines Schocks als er die Schießerei erlebte. Menschenrechtsverteidiger berichteten, dass die Polizisten mit scharfer Munition auf die Ansammlung geschossen hatten, um sie aufzulösen.

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Indonesische Regierung verlängert Vertrag mit Freeport

altAm 26. August 2017 gaben Ignasius Jonan, Minister für Energie und Bodenschätze und Finanzministerin Sri Mulyani auf einer Pressekonferenz in Jakarta bekannt, dass die Mineralabbaulizenzen des Minenunternehmens PT. Freeport Indonesia bis 2041 verlängert werden. Im Gegenzug erklärte sich der amerikanische Hauptaktionär Freeport McMoRan dazu bereit, 41,64 % seiner Anteile am indonesischen Tochterunternehmen aufzugeben. Nach Angaben von Richard C. Adkerson, dem Vorstandsvorsitzenden von Freeport McMoRan, sollen sie zu einem fairen Marktwert verkauft werden um der indonesischen Regierung die Möglichkeit zu geben 51% der Aktienanteile zu kaufen. Derzeit besitzt der amerikanische Minengigant 90,64% der Aktienanteile, während die indonesische Regierung nur mit 9,36 % an PT Freeport Indonesia beteiligt ist.

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Soldaten foltern Niko Hisage in Wamena

altAm 22. Juni 2017 folterten drei Soldaten den 34-jährigen Niko Hisage mutmaßlich sieben Stunden lang in der Militärbasis der Hochlandstadt Wamena. Der Vorfall geschah nachdem Niko Hisage und ein Offizier namens Lukas Mulai sich wegen drei von Hisages Kühen stritten, die angeblich für eine Feier zum Ende des Ramadans verkauft worden waren. Der Offizier bat darum, den Konflikt in der Polizeistation von Jayawijaya zu regeln. Als Niko Hisage mit seiner Frau und Lukas Mulai bei der Polizeistation eintrafen, bestand Mulai überraschenderweise darauf, doch zur örtlichen Militärbasis zu gehen. Lukas Mulai und zwei weitere Militärs begannen um ca. 9:30 Uhr mit der Befragung von Niko Hisage während seine Frau vor dem Gebäude wartete.

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Veranstaltungshinweis

Westpapua im Pazifik: Traum und Wirklichkeit

Von pazifischer Identität der Papua und der Relativierung von Menschenrechten


altGemeinsame Tagung des Westpapua Netzwerks und der kirchlichen Westpapua Partnerschaftsgruppen
26.-28. Januar 2018 in Haus Friede, Hattingen

Papua ist ein Konfliktfall. Was in den deutschen und europäischen Medien – wenn überhaupt, dann ganz am Rande – auftaucht, ist eine der langwierigsten politischen und militärischen Auseinandersetzungen seit dem Ende der Kolonialzeit. Wirtschaftliche und geo-strategische Interessen dominieren über vermeintlich ethnologischen Gegebenheiten.

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